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Dorfsterben – Der Krimi aus Gammelstetten

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DORFSTERBEN – MORD IST AUCH KEINE LÖSUNG

Ein Krimi wie ein Katerfrühstück – absurd, schwarz und verdächtig echt.

Von Redaktion Filmstaub


„Nominiert für den besten Film aus Gammelstetten“ – eine Auszeichnung, die bisher niemand erhalten hat, aber auch niemand will. Bis jetzt.

Mit „Dorfsterben – Mord ist auch keine Lösung“ liefert das Produktionskollektiv OftRechtFett TV eine Krimiserie ab, die aussieht, als hätte man Columbo, Vier Frauen und ein Todesfall und eine Flasche Eierlikör gemeinsam über eine Kuhweide gejagt – und sie anschließend in einem Maibaum verhört.

Im fiktiven Ort Gammelstetten, irgendwo zwischen abgewickeltem Postamt und psychosozialer Dauerbaustelle, geschehen Morde. Oder vielmehr: Inszenierungen. Denn wenn Frau Höller (die Stammleiche der Serie) wieder einmal klebend, schwebend oder trinkend tot aufgefunden wird, ist das weniger „Tatort“, sondern mehr „Absurdistan in Tracht“.

Die Ermittlungen führen drei Dorforiginale:

  • Franz Knöpfl, eine Art Bauhof-Columbo mit Kaffeedurst und Restverstand.
  • Rosa Stadler, stille Chronistin mit der Schärfe eines abgenutzten Füllers.
  • Toni Rabl, der mit seinem BMW spricht, weil ihm Menschen zu anstrengend sind.

Der Humor ist schwarz wie der Wirtsschnaps, die Dramaturgie unberechenbar wie das Wetter am Kirchberg – und die Nebendarsteller liefern eine One-Man-Show zu zwölft. Besonders hervorzuheben: Dr. Feitl, der sich selbst öfter behandelt als andere, sowie der Greißler, dessen Geschäft „Killa“ zwischen Wurst, Waschpulver und Wellblech alles verkauft – nur keinen Überblick.

Drehorte? Originaldorf.
Effekte? Wind, Dampf und ein Kärcher.
Budget? Nicht der Rede wert, aber auch nicht der Handlung im Weg.

Fazit:
Dorfsterben ist nicht nur eine Serie – es ist ein Heimatkrimi für alle, die Heimat nicht verklären, sondern verfluchen wollen. Mit liebevoller Respektlosigkeit, Mut zur Lücke und einer unbändigen Lust am Grenzgang zwischen Provinzposse und Kleinkunst-Rebellion.

📺 Exklusiv auf OftRechtFett TV – empfohlen für alle, die ORF-Serien zu harmlos und Netflix zu durchgeplant finden.


Ausgezeichnet mit dem Goldenen Gockel
(ehrenhalber, da der richtige Hahn verschwunden ist.)

Autor

leopold.kumpusch@gmail.com